Handeln oder Zuschauen?

«The time is always right to do what’s right!» – Dr. Martin Luther King Jr.

Wie bringt man den Leuten vor Ort bei, was in ihrem Land passiert? Was kann man tun, um ihnen aufzuzeigen, dass ein Land die Regierung bekommt, die es verdient? Nun ja, bei Diktaturen wird der Begriff der Eigenverantwortung etwas verschwommen, aber gerade neue Medien haben als Vehikel gedient, Gleichgesinnte zu vernetzen und Meinungen auszutauschen, auch jene, die den Despoten und Diktatoren dieser Welt, egal ob Voll-Uno-Mitglied oder nicht, manchmal wie ein Hieb in die Lendenregion vorkommen müssen. Bitte verstehen Sie es nicht als Plädoyer für Facebook, nein im Gegenteil, eben nicht auf Facebook sollte man sich austauschen und lieber woanders eine Subkultur gründen, die dann nicht kontrolliert und v.a. manipuliert werden kann. Die Tatsache, dass Staaten wie die U.S.A. oder andere scheinbar demokratische Nationen Julian Assange verfolgen, als sei er der Staatsfeind Nummer 1, zeigt doch, wie machtlos ebensolche Staaten sind gegenüber einer Technologie, die sie selber entwickelt hatten. Vergessen Sie bitte nicht, dass das Internet nichts anderes ist, als die Weiterentwicklung des 1962 von der U.S. Amerikanischen Luftwaffe in Auftrag gegebenen ARPANET.

Die Geister, die ich rief, oder der Zauberlehrling? Entscheiden Sie selbst. Fest steht, dass es unzählige Möglichkeiten gibt (Anm.: einige sind mir bekannt, besseren Support erhalten Sie aber beim CCC), um ungestört im Netz zu navigieren und sich auszutauschen. Was aber übrig bleibt, um wirklich Menschen zu bewegen, sind keine Netze, keine Foren oder IM-Dienste, nein es sind Menschen, die Menschen bewegen. Ai Weiwei, Julian Assange, Richard Dawkins sind einige heutige Beispiele von Skeptikern, von Querdenkern, von Hinterfragenden, die Systeme kritisch analysieren und sich öffentlich darüber äussern, was sie entdeckt haben. Sie riskieren natürlich, dass sie verfolgt, verbannt, geächtet oder aus Universitäten, die og. Systeme führen, ausgeschlossen werden.

Jarreth Merz
Jarreth Merz

Eines der Wunder der Evolution ist aber, dass Nützliches (d.h. für das Fortbestehen der Spezies) eher dem Unnützen vorgezogen wird. So existiert doch die Leise Hoffnung, dass es mehr solcher Menschen, wie Beispielsweise Jarreth Merz gibt, die mittels Crowdfunding ein Projekt finanzieren, um den Menschen in Ghana zu zeigen, was in ihrem Land passiert und was sie beitragen können, wenn sie sich eine Veränderung wünschen. Dafür hat Merz eine politische Safari, namentlich so der Titel seines Dokumentarfilms, unternommen, um mit Pick-up und mobiler Projektionseinheit den Menschen abseits von Grossstädten mit einem eindrucksvollen Beitrag ein Bild der politischen Situation ihres Staates zu vermitteln: unvoreingenommen, neutral und unzensiert. Daher ist es nicht verwunderlich, dass, obschon Merz und seine Filmcrew immer vorab um Drehgenehmigung baten und diese auch erhielten, heute die Behörden sowie die staatlich geführten Medien ihrem Missmut freien Lauf lassen.

Zuschauen, Zuhören, Analysieren, Herleiten, Handeln! Auch wenn es Staaten, Organisationen oder Unternehmen missfällt und denen dieses Handeln ein Dorn im Auge ist. Dawkins äusserte während eines Interviews, wieso er eine atheistische Kampagne in London unterstützen würde, folgenden Satz: «Diese Kampagne wird Leute zum Denken bringen – und Denken ist Anathema für jede Religion.» Und wer meinen Artikel über Technologien gelesen hat, wird verstehen, dass hinter dem Wort «Religion» jede dogmatische Lehre oder Organisation steht – auch jene der «Technoligion».

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